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Gimmick Urzeitkrebse von 1976









Gimmick Ostereierbaum von 1980










Yps alte Magazine (diverse Jahrgänge)











Yps Logo (2005)











Yps Cover (Heft vom 18. August 2005)











Yps Cover - 2006 (Heft Nr. 1256)


Yps

Produkt:
Comic (mit Gimmick)
Entstehungsjahr: 1975
Unternehmen: Egmont Ehapa Verlag, Berlin
www.yps.de, www.ehapa.de


»Die tollsten Gimmicks gibt`s in Yps« (1995)

 

Keine Frage: Yps ist Kult! Jahrelang hat die „Generation Yps“ (die heute 30 bis 40-jährigen)  dafür ihr Taschengeld ausgegeben und ist jeden Freitagnachmittag zu ihrem Kiosk an der Ecke gerannt, um ja nicht die neueste Ausgabe zu verpassen. Seit das erste Heft am 13. Oktober 1975 mit Gimmick erschien, ist es aus den Kindheitserinnerungen nicht mehr wegzudenken. Egal ob man Punker, Popper oder Öko war – Yps haben alle geliebt und durch das Zusammenbauen der Gimmicks völlig neue Welten entdeckt und erobert. Mit der Erfindung des Gimmicks hatte Yps Mitte der 1970er Jahre den Markt der Kinder- und Jugendzeitschriften nachhaltig verändert: Heute ist es eine Selbstverständlichkeit geworden, dass Zeitschriften ihren Ausgaben Extras dazulegen.

Die produktionstechnischen und vertrieblichen Herausforderungen, die Gruner + Jahr in den Anfangsjahren bewältigen musste, sind heute bei allen Verlagen zur täglichen Routine geworden: Entwicklung und Produktion der Gimmicks in Billiglohnländern mit anschließenden Sicherheitsprüfungen für funktionale und verletzungstechnische Unbedenklichkeit. Wer erinnert sich nicht an die Urzeit-Krebse, den Solar-Zeppelin oder den Ostereier-Baum? Wer hat nicht vergeblich versucht, dem Taschenradio Töne zu entlocken, den Humor des Witzbuchs zu verstehen oder mit den Kartentricks seine Freunde zu beeindrucken? Wer hat nicht mit Yps-Gimmicks seine Umwelt (Kugel-Pfeife), seine Mitmenschen (Detektivset, Fernrohr) und deren soziale Normen (Pups-Kissen) kennen gelernt? Wer von den Jungs hatte nicht schon immer den Wunsch Geheimagent zu werden?


Kurze Markenchronik
Das erste „Yps“ erschien am 13. Oktober 1975. Das Konzept, einem Comicmagazin Spielzeug beizulegen war neu in Deutschland – angelehnt jedoch an das französische Magazin „Pif Gadget“, das mit einer ähnlichen Heftidee bereits 1969 in Frankreich erschien. Das Konzept ging sofort auf, vor allem weil Kinder die Eigenheit haben, Spielzeug nur ungern mit Freunden zu teilen. Ein „Micky Maus“-Heft konnte weiterverliehen werden, aber ein Yps-Spielzeug, undenkbar... Schnell fand das Magazin bis zu 100.000 Käufer pro Ausgabe. Mitte der Neunziger Jahre sank die Auflage stetig – nicht zuletzt auch durch eine Flut an neuen, billigen Comic Varianten und die stark aufkommenden Game-Boys und Playstations, die die Jungendlichen mehr und mehr an die Computer lockten...

Im März 2000 erwarb der Ehapa Verlag die Lizenz von Gruner + Jahr, um es dann zum 10. Oktober nach 1237 Ausgaben – trotz zahlreicher Fan-Proteste – einzustellen. So musste das karierte Känguru gleichen Namens also nach 25 Jahren und 1253 Ausgaben seines Magazins in einen langen Erholungsurlaub geschickt werden. Gerade noch rechtzeitig zu seinem 30. Geburtstag, trat es wieder an, neue Generationen junger Leser und Leserinnen zu begeistern.


Überlegungen der Redaktion zum Relaunch in 2005
Wer jemals selbst Yps-Leser war, weiß, man stürzt sich zuerst auf das Gimmick. Und der Ehapa Redaktion war von vorneherein klar: Das musste wieder etwas sein, was jeder Familie große Freude bereiten kann! Und so fiel die Wahl auf die Geldmaschine, die jungen Lesern und Stammlesern gleichermaßen nützlich sein kann. Das Wunderwerk war eine Reminiszenz an die Gründerjahre von Yps. Ein ähnliches Gerät, das auf keinen Fall Gelddruckmaschine genannt werden darf (!), gab es im Jahr 1975 zum ersten Mal. Brüder im Geiste fanden die Stammleser in der Rubrik Promi-Check. Gleich vier populäre Comedians outeten sich als absolute Yps-Fans alter Schule. Allen voran Hennes Bender, der mit seinem Solo-Programm „Generation Yps“ Erfolge feierte und mit seinem kleinen Internet-Video „Urzeitkrebse“ gewaltig zur Flüsterpropaganda im Vorfeld beitrug. Mario Barth und Ralf Schmitz bekannten sich ebenso zu Yps wie Atze Schröder, der auch mit einem eigenen Comic vertreten war. Die Comics waren wie immer ein bunt gemischtes Angebot an die jungen Leser, in neue Comic-Welten hineinzuschnuppern. Zu lesen gab es: Lucky Luke, Joe Bar, Atze, titeuf, die Abrafaxe, Werner und natürlich Yps, das karierte Känguru. So gesehen ist Yps damit das einzige Magazin für Kinder, das mit einer solchen Comic-Palette aufwarten konnte. Für die redaktionellen Teile hatten die Yps-Macher den Ausdruck „Kuriotainment“ erfunden, wobei sich in dieser Ausgabe nahe liegend viel um die Themen Geld und Kängurus drehte. So zum Beispiel um das rotbraune Riesenkänguru-Männchen im Berliner Zoo, für das Yps die Namenspatenschaft übernommen hatte. Ein echter Yps-Fan ging seinerzeit niemals ohne seinen Yps-Agenten-Ausweis aus dem Haus. Auch wenn das Ansinnen, damit in Kinofilme für Erwachsene eingelassen zu werden („hey, ich bin Agent!“), meist fruchtlos blieb. Mit dem neuen Yps-Agentenausweis konnte man es nun ja noch einmal versuchen. Zur Yps-Agenten-Spezialausrüstung gehörte auch die Alien-Tarnmaske (zum selberbasteln!) und üben konnte man seine Agentenfähigkeit gleich noch am Yps-Krimi. Nicht fehlen durfte auch das gute alte Klappbild und ein wirklich verlockendes Gewinnspiel. Nach dieser ersten erfolgreichen Wiederauflage hat der Ehapa-Verlag wie angekündigt drei weitere Testausgaben produziert. Es galt herauszufinden, ob eine monatliche Erscheinungsweise funktioniert, um dann eine beherzte Entscheidung zu treffen. Das war aber schwieriger als gedacht: Zu YPS gab es nämlich auch intern durchaus unterschiedliche Auffassungen, die erst ausdiskutiert werden mussten. Da gab es pragmatische Zahlenmenschen und solche, die leidenschaftlich an YPS hingen und hängen. Leider konnte auch die größte Leidenschaft nicht an den Zahlen vorbeiführen. Letztlich stellte sich ein monatliche erscheinendes YPS-Magazin als unmöglich heraus.

Der gewaltige Medienrummel – der ohne Ehapas zutun einfach entstanden war – führte am Ende nicht zu den erhofften Verkaufszahlen. Ein wirtschaftlich sinnvolles Fortführen ist so schlichtweg nicht zu rechtfertigen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie schwerwiegend: Die Zielgruppe schrumpft (jedes Jahr um 200.000 Kinder), der Zeitschriftenmarkt fragmentiert, die Interessen verlagern sich (Stichwort elektronische Medien) und die Themen werden immer stärker von TV-Serien dominiert. Bei den Gimmicks wird es immer schwieriger, neues und originelles Material zu finden. Ganz abgesehen von deren Produktionskosten, die bei Ehapa aufgrund besonders hoher Ansprüche an Sicherheit und Ethik generell höher sind. Der Verlag ist aber weit davon entfernt, YPS kampflos aufzugeben: Ehapa hängt an YPS und hält sich alle Optionen offen. Sobald sich Rahmendaten verändern oder eine tragfähige Idee auftaucht, steht das YPS-Team wieder auf der Matte…


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