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Ritter Sport
Produkt: Schokoladeprodukte (Tafelschokolade) Entstehungsjahr: 1930 Unternehmen: Alfred Ritter GmbH & Co.KG, Waldenbuch www.ritter-sport.de
»Quadratisch. Praktisch. Gut« (1970)
Kurz nach der Eheschließung von Alfred und Clara Ritter (geb. Göttle) am 04.07.1912 folgte die Gründung einer gemeinsamen Firma in der Inneren Moltkestraße in Bad Canstatt. Clara Ritter war schon vor der Hochzeit Inhaberin eines Süßwarenladens und Alfred Ritter war als selbstständiger Konditor tätig.
Am 27. Februar 1919 kauften die Eheleute ein Haus mit großem Lagerraum in der Wilhelmstraße 16, da die angemieteten Räume in der Moltkestraße zu klein wurden. Nach dem Erwerb des Gebäudes begann man mit der Produktion von Zuckerwaren und Schokolade und der schnelle Erfolg ermutigte die Eheleute, es erstmals mit einer eigenen Schokolademarke zu versuchen. Die 100 g Langtafel erhielt den Namen Alrica (Alfred Ritter Cannstatt). Ab 1920 waren bereits etwa 40 Personen in der Firma der Eheleute beschäftigt. 1926 wurde der erste Firmenlastwagen angeschafft. Am 01. Juli 1930 erfolgte der Umzug von Bad Canstatt nach Waldenbuch.
1932 wurde das Schokoladequadrat erfunden, Clara Ritter machte im Kreis der Familie dazu folgenden Vorschlag: „Machen wir doch eine Schokolade, die in jede Jackentasche passt, ohne dass sie bricht und die das gleiche Gewicht hat wie die normale Langtafel“. Das Schokoladequadrat bekam den Namen: „Ritter`s Sportschokolade“. Mit Kriegseinbruch musste die Schokoladeproduktion reduziert und ab 1940 völlig eingestellt werden.
1946 begann die Alfred Ritter Schokoladefabrik erneut mit der Herstellung verschiedener Süßigkeiten, aber erst ab 1950 stand Kakao wieder zur Verfügung und die Firma konnte wieder uneingeschränkt produzieren – auch die vor dem Krieg bereits sehr erfolgreiche Sportschokolade. Die quadratische Sportschokolade, die in den Sorten Trauben-Nuß, Vollmilch, Nugat, Marzipan, Mocca und Halbbitter auf den Markt gebracht wurde, konnte schnell an ihren Erfolg aus der Vorkriegszeit anknüpfen und war wesentlich erfolgreicher als die Langtafel – u.a. auch weil sie mit einem Preis von 1,00 DM günstiger war. 1954 waren etwa 100 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt und erstmals wurde ein Produktionsrekord gefeiert: 4 t Tafelschokolade an einem Tag.
Am 08. April 1952 verstarb der Seniorchef und Firmengründer im Alter von 66 Jahren. Die Leitung des Betriebes übernahm nun sein Sohn Alfred Otto Ritter. 1960 entscheidet sich Alfred Otto Ritter für eine Konzentration auf das Schokoladequadrat. Dadurch gelang es, bei konstanter Mitarbeiterzahl das Produktionsvolumen bis 1970 zu verdoppeln.
1964 brachte nicht nur für Ritter, sondern für die gesamte Schokoladenindustrie einen entscheidenden Umbruch: Tobler durchbrach am 01.08.1964 den Verkaufspreis von 1,00 DM pro Tafel. Daraufhin setzte eine rasante Talfahrt bei den Preisen ein, die dazu führte, dass einige namhafte und traditionsreiche Unternehmen zur Produktionsaufgabe gezwungen waren. Ritter trotzte diesem Trend und setzte voll auf das Quadrat: die Form der Sportschokolade passte bestens zu den geänderten Lebensgewohnheiten der Menschen, für die Freizeit, Sport und Reisen immer mehr an Bedeutung gewannen.
Der bundesweite Durchbruch gelang Ritter jedoch erst ab 1970, als erstmals verstärkt im Fernsehen geworben wurde. In Zusammenarbeit mit der Werbeagentur DEWE und deren freien Mitarbeiter Michael Grashoff wurde aus „Ritter Sport Schokolade“ die Marke „Ritter Sport“ und es entstand der dazugehörige mittlerweile zu Kultstatus erlangte Slogan: „Quadratisch. Praktisch. Gut“.
Der Erfolg stellte sich schnell ein: 1972 wurde erstmals die 100 Mio. DM Umsatzgrenze überschritten, der Marktanteil bei Tafelschokolade verdoppelte sich von 1968 bis 1972 auf 10%.
Im Jahr 1974 fiel eine der wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte des Sport-Schokolade-Quadrats, die Einführung der „Bunten Palette“. Jede Sorte erhielt eine charakteristische fröhliche Farbe, die Sortenvielfalt wurde deutlicher, und der junge, aktive Charakter der Sportschokolade damit augenfällig. Die Entscheidung zur Farbenvielfalt - auch als Reaktion auf das zunehmend populär werdende Farbfernsehen - überzugehen, verlangte einigen Mut, und die Süßwarenbranche zeigte sich zunächst total schockiert.
1976 wurden die Schlauchbeutelverpackung und der Knick-Pack eingeführt und entwickelten sich schnell zu kennzeichnenden Markenbestandteilen von Ritter Sport. Mit dieser bahnbrechenden Erneuerung wurde die Marke „Ritter Sport“ endgültig zum Trendsetter auf dem Tafelschokolademarkt, was sich auch in den Verkaufszahlen zeigte: lag der Umsatz 1973 bei 132 Mio. DM, waren es 1977 bereits 200 Mio. DM. 1982 kam Ritter Sport Mini auf den Markt, 1987 beschäftigte das Unternehmen nun 710 Mitarbeiter und erwirtschaftete fast 400 Mio. DM Umsatz. 1998 überschritt Ritter Sport erstmals in seiner Geschichte mit einem Marktanteil von 22% und einem Umsatz von 507 Mio. DM die halbe Milliarde-Grenze.
Heute ist das Unternehmen im mehr als 60 Ländern vertreten und erwirtschaftet mit 800 Mitarbeitern einen Umsatz von über 290 Mio. Euro (Stand Ende 2004). Die Marke Ritter Sport hebt sich als das „andere Schokoladekonzept“ mit einem klaren Markenprofil deutlich vom Wettbewerb ab, ist in nahezu allen Lebensmittelgeschäften erhältlich (100% Distribution) und genießt eine gestützte Markenbekanntheit von 98%.
Bereits langjährig steht für das Unternehmen ebenfalls die Ökologie im Vordergrund, was sich an zahlreichen Projekten wie der Errichtung eines eigenen Blockheizkraftwerkes oder der Förderung des ökologischen Kakaoanbaus in Nicaragua ablesen lässt.

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